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Adler Apotheke

Krätze, auch heute noch ein Thema

Wir haben uns ja schon mit einigen unangenehmen  . Krabbelviechern beschäftigt, aber diese hier sind ein absolutes Tabuthema. Krätzmilben. Sie sind auch besonders ekelig, weil sie unter die Haut gehen, also "in uns" sind. Schauen wir uns diese Zeitgenossen, die Ähnlichkeit mit einem Stachelschwein haben, doch etwas genauer an.

Bohrende Schmarotzer

Krätzmilben gehören zu den Parasiten, das heißt, es sind Schmarotzer, die auf Kosten eines anderen Lebewesens - in dem Fall sind wir das - leben. Ohne diesen Partner sind sie nicht lebensfähig. Die weiblichen Milben bohren bis zu mehrere Zentimeter lange Gänge in die Hornschicht unserer Hornhaut und legen dort ihre Eier und Kot ab. Die Männchen hingegen leben auf der Hautoberfläche und halten ständig Ausschau nach Weibchen. Wie so oft im Tierreich sterben die Männchen nach der Paarung. Hier sterben allerdings auch die Weibchen - nach der Eiablage.

Krätzmilbe

Die nächste männliche Generation ist innerhalb von vierzehn Tagen herangewachsen, die Weibchen brauchen eine Woche länger, bis sie erwachsen sind. Ohne "seinen" Menschen stirbt eine Krätzmilbe nach drei bis vier Tagen ab. Die Milben, von denen wir hier sprechen, haben übrigens nichts mit Hausstaubmilben zu tun.

Die Milben halten sich vornehmlich da auf, wo es schön warm ist, also unter den Achseln, in der Kniegegend, an der Ellenbogenbeuge, hinter den Ohren, an den Genitalien, zwischen den Fingern, an den Handgelenken, in der Gürtelgegend. Beliebt bei den Milben sind auch Hautfalten.

Kratzen bis aufs Blut

Der fürchterliche Juckreiz wird wahrscheinlich durch eine allergische Reaktion auf den Milbenkot hervorgerufen. Allerdings kann es auch an Stellen jucken, an denen sich gar keine Milben aufhalten, zum Beispiel im Gesicht. Paradox, nicht wahr?

Besonders quälend wird der Juckreiz übrigens nachts empfunden. Das liegt an der behaglichen Wärme unter unserer Bettdecke. Krätzmilben sind eben bei warmer Haut wesentlich aktiver. Der Juckreiz wird nicht sofort nach der Ansteckung ausgelöst, sondern erst nach drei bis sechs Wochen. Nur wenn man schon einmal Krätzmilben hatte, tritt er sofort auf.

Mit Hilfe einer Lupe kann man die Milbengänge als feine rote Linien erkennen. Auf der Haut finden sich auch rote Flecken. Durch das unausweichliche Kratzen kann die Haut sich entzünden und Blasen und Quaddeln bilden. Manche Betroffene kratzen sich "bis aufs Blut".

Woher kommt's?

Die Übertragung erfolgt größtenteils klassisch von Mensch zu Mensch. Das bedeutet, dass man ähnlich wie bei Läusen besonders dort gefährdet ist, wo viele Menschen zusammen kommen, also auch in Schulen und Kindergärten, Pflegeheimen. Auch beim Geschlechtsverkehr werden die Parasiten übertragen. Möglich ist auch eine Übertragung durch Kleidung, Bettwäsche, Handtücher, Matratzen, Teppiche oder sogar Blutdruckmanschetten. Das ist aber eher selten, denn innerhalb eines Zeitfensters von drei bis vier Tagen ohne uns Menschen sind die Krätzmilben ja tot.

Behandlung

Die weiblichen Milben bohren bis zu mehrere Zentimeter lange Gänge in die Hornschicht unserer Hornhaut und legen dort ihre Eier und Kot ab. Die Männchen hingegen leben auf der Hautoberfläche und halten ständig Ausschau nach Weibchen.

Das Wichtigste zuerst: Der Partner oder im Haushalt lebende Familienmitglieder müssen unbedingt mit untersucht und oft auch mitbehandelt werden! Daran geht kein Weg vorbei. Es gibt auch keine vorbeugenden Mittel, wie etwa bei Läusebefall. Überhaupt ist der Markt zur Behandlung von Krätze mit drei Mitteln überschaubar.

Krätze heilt niemals von allein aus. Ohne Medikamente ist man gegen die Parasiten machtlos. Der immer unerträglicher werdende Juckreiz zwingt die Betroffenen allerdings schnell zur Einsicht.

Permethrin

Diesen Wirkstoff, der ursprünglich aus Chrysanthemen stammt, kennen wir schon aus der Behandlung von Läusen. Hier müssen bis zu dreißig Gramm Creme auf den Körper aufgetragen werden, Kopf und Gesicht werden ausgelassen. Besonders gut sollte man die Wohlfühlstellen der Milben eincremen, sprich Achselhöhlen, Ellenbogenbeuge, äußere Genitalien, Pobereich und zwischen den Fingern und Zehen. Vergessen Sie nicht unter den Fingern und Fußnägeln einzucremen.

Dann ist Warten angesagt, denn die Creme muss acht Stunden einwirken. Es bietet sich an, die Prozedur am Abend durchzuführen, denn Duschen oder Baden darf man erst nach diesen acht Stunden. Falls man sich die Hände wäscht, müssen sie neu eingecremt werden. In der Regel reicht eine einmalige Behandlung mit Permethrin aus.

Als Nebenwirkung kann es zu Juckreiz, Brennen, oder Ausschlag kommen. Das ist allerdings schwer zu bestimmen, da das ja schon die Symptome des Milbenbefalls sind.

Der Hautarzt kann den Wirkstoff entweder als Fertigarzneimittel oder als individuelle Rezeptur verordnen, die wir dann in der Apotheke für Sie anfertigen.

Crotamiton

Dieser Wirkstoff wird in Deutschland als Creme, Gel, oder Lotion geführt. Er muss an drei bis fünf aufeinanderfolgenden Tagen dünn eingecremt werden, in gleicher Art und Weise wie bei Permethrin.

Mögliche Nebenwirkungen sind Rötungen und Wärmegefühl auf der Haut.

Benzylbenzoat

Das als Lotion erhältliche Präparat wird nach gründlicher Reinigung an drei aufeinanderfolgenden Tagen dünn aufgetragen. Danach darf man sich auf ausgiebiges Duschen oder Baden freuen. Das Mittel gibt es in zwei verschiedenen Konzentrationen, eine für Kinder und eine für Erwachsene.

Mehr Arzneimittel mit belegter Wirkung gibt es nicht.

Und sonst noch?

Sicher möchten Sie wissen, was man sonst noch tun kann um die Viecher möglichst schnell und effizient wieder loszuwerden:

Nach dem Infektionsschutzgesetz muss ein Krätzmilbenbefall bei Personen, die in Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen, Pflegeheimen, Kindergärten arbeiten der Leitung gemeldet werden. Es wird außerdem das Gesundheitsamt informiert. Die Betroffenen dürfen keine Arbeit ausüben, bei denen Sie Kontakt zu Menschen haben.

Bleiben Sie gesund!
Bettina Knauf, CM

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